Fischerzeitung

Alarm an der Donau Altwässer, dort verendende Fische. Die Bilder unterscheiden sich. Die Folgen der Trockenheit betreffen aber auch Men- schen: So warnten die Landratsämter Kelheim und Strau- bing-Bogen zuletzt vor Blaualgen in mehreren Badeseen. Die Cyanobakterien vermehren sich besonders gut in war- mem, nährstoffreichemWasser. Der Kontakt kann Hautrei- zungen sowie Magen-Darm-Beschwerden auslösen. „Wir schauen früh, mittags und abends auf die Pegel", sagt Andreas Schweiger von den Vereinigten Schifffahrtsunter- nehmen Kelheim. „Eigentlich immerzu." Seit Anfang Juli konnten Ausflugsschiffe den Donaudurchbruch bei Welten- burg zeitweise nicht mehr passieren. Für die Strecke wird ein Pegel von mindestens 2,30 Metern benötigt - zuletzt wurde dieser Wert über Tage unterschritten. Rund 100 Be- schäftigte der beteiligten Schiffahrtsuntemehmen mussten zeitweise in Kurzarbeit gehen. Nicht nur der Tourismus ist betroffen. Auch die Binnenschifffahrt bekommt den nied- rigenWasserstand längst zu spüren. Besonders auf dem frei fließenden Donauabschnitt zwischen Straubing und Vils- hofen hängen Transporte unmittelbar vomWasserstand ab. Seit Wochen befindet sich die Donau dort nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Donau MDK in einer Niedrigwasserphase. Statt regulär rund 2.000 Tonnen können manche Frachtschiffe derzeit nur noch 300 bis 500 Tonnen laden, teilt die Behörde auf Anfrage unserer Mediengruppe mit. Ein Teil der Güter muss deshalb an Um- schlagstellen zwischengelagert oder auf weitere Schiffe ver- teilt werden. Dort, wo zu Beginn dieses Sommers Steine in der Sonne lagen, steht inzwischen wieder etwas Wasser. Für Stefan Plendl ist das eine Erleichterung. Mehr nicht. Plendls Beobachtungen stehen für eine Entwicklung, die weit über die Donau hinausreicht. Ein Fluss ist mehr als Wasser zwischen zwei Ufern. Er ist Lebensraum, Ver- kehrsweg, Wirtschaftsraumund Erholungsort zugleich. Und genau das setzt die Trockenheit in Ostbayern unter Druck. Als die Zahlen Alarm schlugen Was für Plendl Alltag geworden ist, lässt sich messen. Ein paar Kilometer flussabwärts lag der mittlere Wasserstand der Donau an der Pegelstation Pfelling im Landkreis Strau- bing-BogenMitte Juli bei 222 Zentimetern. Im gleichen Zeit- raum des Vorjahres waren es rund 20 Zentimeter mehr. Zudem blieb das Frühjahrshochwasser weitgehend aus - jenes Hochwasser, das die Altwässer normalerweise wieder mit frischemWasser befüllt. Nach Angaben des Wasserwirt- schaftsamts Deggendorf ist 2026 an der Messstation Pfelling bislang das wärmste Jahr seit Beginn der Messreihe vor zehn Jahren. Das höchste Tagesmittel lag demnach bei 28 Grad. Erstmals wurden dort an fünf Tagen Mittelwerte von min- destens 27 Grad gemessen. Wegen der hohen Temperaturen und des verringerten Sauerstoffangebots wurde an den Kraftwerken Pfaffenstein, Geisling und Straubing zusätzli- cher Sauerstoff in den Fluss eingebracht. Inzwischen habe sich die Lage wieder entspannt, teilt die Behörde mit. Die Lage wird immer extremer" Rund 70 Kilometer flussaufwärts, am Schwarzen Regen bei Viechtach (Landkreis Regen), zeigt sich dieselbe Entwick- lung auf andere Weise. Dort wurden in der vergangenen Woche tote Mühlkoppen gefunden. Für Daniel Falter, Vor- sitzender des Bezirksfischereivereins Viechtach ist das kein Zufall, Arten wie Mühlkoppe, Äsche oder Bachforelle seien auf kühles, sauerstoffreiches Wasser angewiesen. ,,Die Lage wird immer extremer”. sagt Falter. Hier verschlammende 117 Quelle: Straubinger Tagblatt

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