Fischerzeitung
Alarm an der Donau Dort, wo sonst Wasser ist, liegen Steine in der Sonne, knirschen unter den Schuhen, hinterlassen Staubflecken. Die Donau zieht ruhig vorbei. Nur ein leichter Wind kräuselt die Oberfläche. Stefan Plendl blickt auf diesen Fluss seil Jahrzehnten und erkennt ihn kaum mehr wieder. Sein Vater nahm ihn schon als kleinen Jungen mit ans Wasser, später wurde Plendl Ju- gendleiter, heute ist er Vorsitzender des Bezirksfischereivereins Straubing. Hoch- wasser hat er erlebt, trockene Sommer ebenfalls. Und doch: “so ein Problem wie heuer haben wir noch nie gehabt." Seit rund drei Wochen gilt beim Fischereiver- ein Ausnahmezustand. Gewässerwarte und Aufseher fahren beinahe täglich die Donau und ihre Altwässer ab. Sie kontrol- lieren flache Seitenarme, setzen Fische um oder pumpen Frischwasser in Ge- wässer bevor ihnen der Sauerstoff aus- geht. ,Die Altwässer sind so trocken wie noch nie, sagt Plendl. In einem Seitenarm sei der Wasserstand inzwischen um rund 1,20 Motor zurückgegangen. Anderswo seien bereits 32 Grad Wassertemperatur gemessen worden. “Die Fische können ja auch nicht weg", sagt er. Wir können nicht einfach die Augen schließen und zu- schauen, wie sie verenden.'' Erst sterben Fische, dann gerät die Schifffahrt ins Stocken, Badeseen kippen: Ein trockener Sommer zeigt, was in Ostbayern passiert, wenn das Wasser fehlt. 116 Quelle: Straubinger Tagblatt
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