Fischerzeitung
Alarm an der Donau Für den Hagel blieb dagegen nur noch eine Notbefi- schung. In den frühen Morgenstunden des 31.07. stan- den zahlreiche ehrenamtliche Helfer des Fischereivereins im Wasser. Unter schwierigsten Be- dingungen konnten mehr als 200 Kilogramm Rot- augen und Rotfedern, mehrere Hechte sowie rund 50 Kilogramm Karpfen gerettet und in geeignete Vereins- gewässer umgesetzt werden. Ebenso wurden mehrere tausend Kaulquappen in be- nachbarte Gewässer umgesetzt. Dennoch war schnell klar, dass aufgrund der starken Verschlammung und der dichten Wasserpflanzenbestände nicht alle Tiere erreicht werden konnten. Weitere Rettungsaktionen wurden deshalb bereits für die nächsten Tage geplant. Für den ersten Vorsitzenden Stefan Plendl steht fest, dass solche Einsätze zwar Leben retten, aber keine dauerhafte Lösung darstellen. „Wir können mit großem ehrenamtlichem Einsatz ein- zelne Gewässer kurzfristig retten. Doch wenn sich an der zunehmenden Verschlammung, den fehlenden Zu- und Abläufen sowie der Wasserführung nichts än- dert, werden wir solche Katastrophen künftig immer häufiger erleben. Unsere Altwasser sind unverzicht- bare Kinderstuben der Donaufische und gleichzeitig Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten. Sie verdienen einen nachhaltigen Schutz – nicht erst dann, wenn sie auszutrocknen drohen.“ Der Fischereiverein fordert deshalb kurzfristig die Wie- derherstellung eines funktionierenden Zu- und Ablau- fes des Baggerlochs sowie ein umfassendes Renaturierungs- und Entschlammungskonzept für das Biotop Hagel. Sämtliche Maßnahmen sollen im Ein- klang mit Natur-, Arten- und Landschaftsschutz erfol- gen. Denn betroffen sind nicht nur Fische. Während der Einsätze wurden Familien von Teichhühnern und Hau- bentauchern beobachtet, die sich mühsam durch die verschlammten Restgewässer bewegten. Auch eine dort heimische Biberfamilie wird ihren Lebensraum voraussichtlich verlassen müssen, wenn sich die Situa- tion nicht nachhaltig verbessert. In den kommenden Wochen sollen deshalb gemein- sam mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Wasser- straßen- und Schifffahrtsamt sowie der Stadt Straubing langfristige Lösungen für die Schutzgebiete Vogelau und Pillmoos erarbeitet werden. Die vergangenen Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, wie unverzichtbar ehrenamtliches Engagement für den Natur- und Artenschutz ist. Ohne den außer- gewöhnlichen Einsatz der Gewässerwarte, der zahlrei- chen freiwilligen Helfer sowie der Unterstützung durch Feuerwehr, THW und Behörden wären bereits heute weite Teile dieser einzigartigen Lebensräume unwiederbringlich verloren. 115
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