Fischerzeitung

Gemeinsammit den Gewässerwarten Hans Gschwind, Bernd Groß und Thomas Sammüller entwickelte der Vorstand einen Notfallplan. Seit inzwischen zwei Wo- chen werden sämtliche gefährdeten Altwasser mor- gens und abends kontrolliert. Gemessen werden Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt und PH-Werte, die inzwischen täglich über Leben und Tod entschei- den. Die Messergebnisse lassen selbst erfahrene Fi- schereifachleute aufhorchen. Im Baggerloch und im Hagel wurden Wassertemperaturen von 30,6 Grad Celsius registriert. Für viele Fischarten bedeuten sol- che Temperaturen akuten Überlebensstress. Bereits wenige weitere Grad können den vollständigen Zu- sammenbruch eines Gewässers verursachen. Strö- mungsliebende Arten wie Barben, Nasen oder Bachforellen geraten schon ab etwa 22 Grad an ihre Belastungsgrenze und suchen verzweifelt kühlere Zu- flüsse wie den Allachbach, den Moosgraben, die Laber, die Kinsach oder die Aitrach auf. Besonders dramatisch entwickelte sich die Lage im Altwasser Baggerloch. Bereits am 13. Juli war den Ver- antwortlichen klar, dass ohne sofortiges Eingreifen in- nerhalb weniger Tage ein vollständiges Fischsterben drohen würde. Gemeinsam mit Vertretern des Was- serwirtschaftsamtes sowie dem Umweltamt der Stadt Straubing wurde die Situation vor Ort bewertet. Innerhalb kürzester Zeit rückten Feuerwehr und Tech- nisches Hilfswerk an. Mit leistungsstarken Spezial- pumpen wurde das Baggerloch wieder mit Wasser versorgt. Parallel dazu organisierte der Fischereiverein die Notversorgung des Biotops Hagel über einen Brun- nen. Nur durch das schnelle Zusammenspiel aller Be- teiligten konnte eine ökologische Katastrophe zunächst verhindert werden. Denn was auf dem Spiel steht, ist weit mehr als ein Fischbestand. Der Hagel zählt zu den ökologisch wertvollsten Rück- zugsräumen der Region. Neben zahlreichen hei- mischen und teils gefährdeten Fischarten leben dort verschiedenste Froscharten, Kammmolche, diverse seltene Wasservögel, Muschelarten sowie unzählige Kleinstlebewesen. Alte Silberweiden prägen das Land- schaftsbild und bieten zahlreichen Vogelarten Lebens- raum. Alarm an der Donau 113

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