Im Rahmen des Artenhilfsprogramms für besonders geschützte und bedrohte Fischarten führte der Fischereiverein Straubing am Samstag, den 11. April 2026, unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Stefan Plendl eine umfangreiche Besatzmaßnahme in mehreren Gewässern des Vereinsgebietes durch. Dabei wurden einjährige Nasen, Barben und Huchen in der Laber, im Regen, in der Gaißa sowie in der Donau bei Straubing ausgesetzt.
Bei den eingesetzten Fischen handelt es sich um sogenannte einsömmrige beziehungsweise einjährige Jungfische, die nun in ihr zweites Lebensjahr übergehen. Ziel dieser Maßnahme ist es, gefährdete heimische Fischarten gezielt zu unterstützen, damit sie sich in den bewirtschafteten Gewässern wieder eigenständig etablieren und dauerhaft reproduzieren können.
Das Artenhilfsprogramm ist eine Maßnahme des Freistaats Bayern und wird über Mittel der Fischereiabgabe bezuschusst. Besonders gefördert werden dabei Fischarten wie Nase, Barbe, Rutte und Bachforelle. Die Bachforellen wurden bereits zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr eingesetzt, während der Besatz der Rutte für den Spätsommer vorgesehen ist.
Eine besondere Bedeutung kommt seit dem Jahr 2025 erneut dem Huchenbesatz zu: Auch in diesem Jahr wurden junge Huchen in der Donau, im Regen und in der Laber ausgebracht, um die natürliche Fortpflanzung dieser selten gewordenen Fischart gezielt zu fördern.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Fischereiverein Straubing über die lokale Presse und die Straubinger Fischerzeitung zur Übernahme von Patenschaften für bedrohte Fischarten aufgerufen. Dabei können Vereinsmitglieder ebenso wie Bürgerinnen und Bürger aus Straubing mit finanziellen Beiträgen den Artenschutz aktiv unterstützen.
Ein besonderes Beispiel für dieses Engagement ist das langjährige Vereinsmitglied Armin Wohlecker, der in diesem Jahr die Patenschaft für den Huchenbesatz übernommen hat. Mit seiner großzügigen Spende finanzierte er die Kosten für den Besatz der jungen Huchen fast vollständig und leistete damit einen wertvollen Beitrag zum Schutz dieser bedrohten Fischart.
„Im Namen des gesamten Vereins möchte ich mich ganz herzlich bei Armin Wohlecker für seine großzügige Unterstützung bedanken“, betonte Vorsitzender Stefan Plendl.
Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen ergibt sich aus dem zunehmenden Druck auf die heimischen Fischbestände. Zu den größten Herausforderungen zählen natürliche Prädatoren wie Kormoran, Fischotter, Gänsesäger und Fischreiher, die sich an den Fischbeständen der Gewässer bedienen. Hinzu kommen veränderte Umweltbedingungen, insbesondere sinkende Grundwasserspiegel in den Seitenbächen und Zuflüssen der Donau, die die Lebensräume und Laichplätze vieler Fischarten zusätzlich beeinträchtigen.
Nur durch gezielte Förder- und Besatzmaßnahmen kann der natürliche Bestand dieser bedrohten Arten langfristig gesichert werden. Dass diese Arbeit Wirkung zeigt, belegen aktuelle Bestandsaufnahmen aus dem vergangenen Jahr in der Kinsach und in der Gaißa: Dort konnte nachgewiesen werden, dass sich Arten wie Nase, Rutte, Barbe und Bachforelle inzwischen wieder selbstständig fortpflanzen. Es wurden bereits laichfähige, geschlechtsreife Fische festgestellt – ein ermutigendes Zeichen für den Erfolg des Programms.
„Diese Entwicklung lässt das Anglerherz höherschlagen und zeigt, dass unsere Bemühungen Früchte tragen“, so der 1. Vorsitzende Plendl.
Ein besonderer Dank gilt auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern des Fischereivereins Straubing, die gemeinsam mit den Gewässerwarten die Besatzmaßnahmen tatkräftig unterstützt haben. Ihr Einsatz ist ein unverzichtbarer Bestandteil des erfolgreichen Artenschutzes in den heimischen Gewässern.