Strukturmaßnahme am Vereinsgewässer: Fischerei und Artenschutz im Einklang

Am 7. Januar 2026 fand im Rahmen eines Arbeitseinsatzes des Bezirksfischereiverein Straubing eine umfangreiche Struktur- und Pflegemaßnahme am Friedenhainweiher           Nr. 11 + 14 statt.

An dem Einsatz beteiligten sich über 20 ehrenamtliche Helfer, die unter der fachlichen Anleitung der drei Gewässerwarte sowie des 1. Vorsitzenden tätig waren.
Ziel der Maßnahme war eine sogenannte Ausschneideaktion, bei der ausgewählte Baumkronen und Gebüsche zurückgeschnitten wurden, um bestimmte Angelplätze wieder sicher und zugänglich zu machen.

Das dabei anfallende Schnittmaterial wurde jedoch nicht nur entfernt, sondern gezielt naturschutzfachlich genutzt: Aus den Baumkronen und Sträuchern wurden im Gewässer Laichhecken und Schutzzonen angelegt.
Diese Schutzzonen erfüllen eine wichtige ökologische Funktion. Sie bieten insbesondere Kleinfischen und habitatgebundenen Arten effektiven Schutz vor Prädatoren wie Kormoranen, Fischottern und Gänsesägern. Gleichzeitig dienen sie als wertvolle Laich- und Rückzugsräume.

Bereits aus vergleichbaren Maßnahmen, unter anderem am Irlinger See, ist bekannt, dass solche Strukturen gerade in den ersten Jahren nach der Anlage ein herausragendes Laichhabitat darstellen.
Durch die Bildung sogenannter Wassertriebe bewurzeln sich die ins Wasser eingebrachten Sträucher und Hecken teilweise neu. Diese entstehenden Wurzelstrukturen werden von Arten wie Brachsen, Rotaugen und weiteren Weißfischen intensiv zum Ablaichen genutzt. Auch der Zander und Barsch profitiert von diesen Strukturen, da er sie sowohl als Laichsubstrat als auch zur anschließenden Brutpflege verwendet.


Der Arbeitseinsatz dauerte insgesamt rund 5 Stunden. Zur Unterstützung kam unter anderem ein Traktor zum Einsatz, mit dem Baumstämme und Sträucher fachgerecht bewegt und positioniert wurden. Abgeschlossen wurde der erfolgreiche Tag mit einer zünftigen Brotzeit direkt am Gewässer, als Dank für das ehrenamtliche Engagement der Helfer.


Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass die neu geschaffenen Schutzzonen ausschließlich an Stellen errichtet wurden, an denen eine Fischerei ohnehin nicht möglich ist. So wird sichergestellt, dass aktive Fischerei und Artenschutz sinnvoll miteinander vereinbart werden können.
Der Bezirksfischereiverein Straubing hofft, dass dieses Projekt langfristig einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit, Artenvielfalt und Stabilität des Fischbestandes im Gewässer leistet und einmal mehr zeigt, wie verantwortungsvolle Fischerei und moderner Naturschutz Hand in Hand gehen können.

Ein großes Dankeschön an die fleißigen Helfer des Vereins.

Stefan Plendl

1. Vorsitzender