Niedrigwasser bleibt die größte Herausforderung
Rund 35 Zentimeter Wasser fehlen – Biberröhren und angebissene Schalbretter trugen zum schleichenden Wasserverlust bei
Der Reibersdorfer See bleibt angesichts der anhaltenden Niedrigwasserphase unter besonderer Beobachtung. Bei einer Kontrolle am 30. August 2026 stellten die Gewässerwarte Gschwind und Sammüller sowie der 1. Vorsitzende Plendl im Rahmen der Gewässeraufsicht fest, dass der Wasserspiegel des Altwassers inzwischen um rund 35 Zentimeter abgesunken war.
Die Hauptursache für den niedrigen Wasserstand ist dabei eindeutig die seit Wochen anhaltende Niedrigwasserphase. Die beiden Zulaufgräben führen derzeit kaum beziehungsweise überhaupt kein Wasser in den Reibersdorfer See. Damit fehlt dem Gewässer die notwendige natürliche Wasserzufuhr, um den sinkenden Wasserstand auszugleichen.
Der Reibersdorfer See war deshalb bereits im Rahmen des diesjährigen Notfallplans als besonders zu überwachendes Gewässer aufgenommen worden. Durch die regelmäßigen Kontrollen der Gewässerwarte und der Fischereiaufsicht konnte die Entwicklung frühzeitig erkannt und näher untersucht werden.
Biber trugen zum Wasserverlust bei
Im Zuge der Ursachenforschung zeigte sich, dass auch die am Gewässer ansässige Biberfamilie einen Anteil an der Entwicklung hatte.
In einer Rücksprache mit der Gemeinde Parkstetten und dem Bauhofleiter Herrn Gilch wurde bekannt, dass die Biber offenbar immer wieder Schlammmassen vor den Schalbrettern am Ablaufbauwerk, dem sogenannten „Mönch“, ablagerten. Dadurch konnte ein plötzliches und vollständiges Ablaufen des Wassers zunächst verhindert werden.
Offenbar entwickelte sich die Situation dadurch vielmehr zu einem schleichenden Wasserverlust. Gleichzeitig waren die vorhandenen Schalbretter durch die Aktivitäten der Biber stark verbissen worden.
Da die Gemeinde Parkstetten für das Abflussbauwerk „Mönch“ zuständig ist und die Verantwortung für dessen ordnungsgemäßen Zustand trägt, mussten die beschädigten Schalbretter letztlich durch den Bauhof ausgetauscht werden. Eine Reparatur beziehungsweise ein Austausch war aufgrund der bestehenden Zuständigkeit und der notwendigen Sicherstellung der Funktion des Bauwerks unumgänglich.
Erst bei dieser Maßnahme zeigte sich, dass die Schäden durch die Biber unterhalb der Schlammmassen deutlich größer waren, als zunächst erkennbar. Dadurch lief zusätzlich Wasser aus dem Reibersdorfer See ab und verschärfte die ohnehin angespannte Situation.
Ob im Zuge dieses zusätzlichen Wasserabflusses Fische in den Abflussgraben, den sogenannten Saugraben, gelangt sind, lässt sich im Nachhinein nicht nachweisen.
Verschlammung verschärft die Situation
Neben dem niedrigen Wasserstand stellt auch die zunehmende Verschlammung des Gewässers ein langfristiges Problem dar. Durch Einschwemmungen aus den beiden Zulaufbereichen ist der Wasseraustausch zwischen den einzelnen Bereichen des Altwassers beeinträchtigt. Insbesondere der mittlere Bereich ist zwischen dem oberen und unteren Bereich aufgrund der Ablagerungen nicht mehr durchgängig.
Des Weiteren trägt das eingebrachte Erdreich, das beim Bau von Biberröhren usw. entsteht, vehement zur Verschlammung bei.
Damit zeigt sich deutlich: Der Reibersdorfer See steht vor mehreren miteinander verbundenen Herausforderungen. Der derzeitige Wassermangel ist in erster Linie eine Folge der Niedrigwasserphase. Die eingeschränkte Wasserzufuhr und die zunehmende Verschlammung erschweren zusätzlich die natürliche Regeneration des Gewässers.
Engmaschige Kontrolle und Entschlammung unumgänglich
Die Entwicklung wird von den Gewässerwarten und der Fischereiaufsicht weiterhin engmaschig überwacht. Die regelmäßigen Kontrollen sind gerade in der derzeitigen Niedrigwasserphase von großer Bedeutung, um mögliche Veränderungen des Wasserstandes, der Wassertemperatur und des Zustands des Fischbestandes frühzeitig zu erkennen.
Eine kurzfristige Verbesserung der Situation wäre insbesondere durch ausreichende Niederschläge wünschenswert. Die mittlerweile gesunkenen Nachttemperaturen haben zwar dazu geführt, dass auch die Wassertemperaturen etwas zurückgegangen sind, dennoch bleibt die Lage angespannt.
Sollte der Wasserstand dauerhaft niedrig bleiben und in den Wintermonaten gleichzeitig eine stärkere Eisbildung einsetzen, könnte sich die Situation für den Fischbestand weiter verschärfen.
Langfristig wird jedoch eine baldige und umfassende Entschlammung des Altwassers unumgänglich sein. Nur durch eine Komplettentschlammung kann der erforderliche Wasseraustausch wieder verbessert und der Lebensraum für die im Reibersdorfer See vorhandene Fisch- und Tierwelt dauerhaft erhalten werden.
Der Reibersdorfer See zeigt damit einmal mehr, wie sensibel unsere Altwässer auf extreme Wetter- und Wasserstandsverhältnisse reagieren. Die Kombination aus Niedrigwasser, fehlendem Zulauf und zunehmender Verschlammung darf nicht unterschätzt werden. Eine kontinuierliche Gewässeraufsicht und rechtzeitige Maßnahmen sind daher entscheidend, um diesen wertvollen Lebensraum auch für die kommenden Jahre zu sichern.