Am vergangenen Wochenenden führte der Fischereiverein umfangreiche Besatzmaßnahmen in mehreren Vereinsgewässern durch. Unterstützt wurden die Verantwortlichen dabei von engagierten freiwilligen Helfern aus der Gewässerbewirtschaftungsgruppe. Diese Unterstützung ist von großer Bedeutung, da die anfallenden Arbeiten im Rahmen solcher Maßnahmen nicht allein durch die Gewässerwarte bewältigt werden können.
Unter fachlicher Anleitung des 1. Vorsitzenden und der Gewässerwarte wurden die Helfer gezielt in die Abläufe und Anforderungen der Besatzmaßnahmen eingewiesen. Ziel ist es, auch künftig eine fachgerechte Bewirtschaftung der Gewässer sicherzustellen und qualifizierte Mitglieder in die Durchführung einzubinden. Dabei stehen insbesondere das Tierwohl sowie die Einhaltung tierschutzrechtlicher Vorgaben im Mittelpunkt.
Im Rahmen der Maßnahmen wurden unter anderem Schleien in den Größenklassen S2 bis S6 eingesetzt. Dies entspricht einer Bandbreite von etwa 25 bis 53 cm. Die Kombination aus kleineren und größeren Fischen verfolgt eine nachhaltige Strategie: Während größere Exemplare bereits in der kommenden Laichzeit (Mai/Juni) zur natürlichen Reproduktion beitragen können, sollen kleinere Fische in den Gewässern heranwachsen und langfristig stabile Bestände sichern.
Zusätzlich wurden Karpfen in unterschiedlichen Alters- und Gewichtsklassen besetzt. Neben Jungfischen der Größe K1, mit einem Gewicht von etwa 10 bis 20 Gramm kamen auch größere Karpfen der Klassen K3 bis K6 mit einem Gewicht von rund 1,5 bis 3,5 Kilogramm zum Einsatz. Diese breite Streuung dient der ausgewogenen Bestandsentwicklung in den jeweiligen Gewässern.
Der Besatz erfolgte in den Gewässern Attinger Weiher, Friedenhainweiher, Höllensteinsee-Ableiter, Reibersdorfer See sowie in den neuen Gewässer Brauweiher und Münsterer See. Bereits eine Woche zuvor wurden auch die drei Donauabschnitte und die Laber in vergleichbarer Weise besetzt.
Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf der Anpassung der Besatzstrategie an den steigenden Fraßdruck durch Prädatoren. Insbesondere Kormorane treten bereits ab Spätsommer in großer Zahl auf und können im Winter Bestände von mehreren hundert Tieren erreichen. Auch der Fischotter stellt in eisfreien Gewässern während der Wintermonate eine zusätzliche Belastung dar. Aus diesem Grund wird der Fischbesatz künftig verstärkt in das Frühjahr verlegt. Dies ermöglicht den eingesetzten Fischen eine bessere Eingewöhnung und reduziert den Stress durch unmittelbaren Prädationsdruck.
Der Fischereiverein Straubing erfüllt mit diesen Maßnahmen seinen gesetzlichen Hegeauftrag. Dazu gehört insbesondere, alle Altersklassen in angepasster Menge und Größe zu besetzen sowie den Besatz auf die jeweiligen Gewässerbedingungen abzustimmen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Herkunft der Fische: Es wird gezielt darauf geachtet, dass diese aus regionalen, vorzugsweise bayerischen Zuchtbetrieben stammen, um Transportwege kurz zu halten und die Qualität sicherzustellen. Die liefernden Betriebe unterliegen zudem regelmäßigen Kontrollen durch den Tiergesundheitsdienst.
Durch die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen wird nicht nur ein gesunder und artenreicher Fischbestand gefördert, sondern auch der nachhaltige Umgang mit den Gewässern im Sinne des Natur- und Artenschutzes sichergestellt.
Der Fischereiverein bedankt sich ausdrücklich bei allen Helfern für ihren engagierten Einsatz. Ohne diese Unterstützung wären derartige Maßnahmen in diesem Umfang und zeitlichen Aufwand nicht möglich. Gemeinsam wird so ein wichtiger Beitrag zur verantwortungsvollen Gewässerbewirtschaftung und zur Zukunft der Fischbestände geleistet.