Im Rahmen einer notwendigen Unterhaltungsmaßnahme am Triebwerkskanal eines Sägewerks in Achslach, wurde am 12.09.2026 eine Elektrobefischung auf der rund 350 Meter langen Strecke der Teisnach durchgeführt. Bei dem Gewässerabschnitt handelt es sich um ein gepachtetes Salmonidengewässer des Fischereivereins Straubing.
Grund für die Abfischung war die geplante Vertiefung und Räumung des Triebwerkskanals durch den Betreiber des Kleinwasserkraftwerks. Über einen Zeitraum von rund zehn Jahren hatte sich im Kanal erhebliche Mengen an Schlamm und angeschwemmtem Treibgut abgelagert. Um diese Ablagerungen mit schwerem Gerät entfernen zu können, musste der Triebwerkskanal zuvor weitgehend abgelassen und abgesperrt werden.
Die Elektrobefischung stellte die eingesetzten Helfer dabei vor außergewöhnlich schwierige Bedingungen. Obwohl nur noch sehr wenig Wasser im Kanal vorhanden war, versanken die eingesetzten Personen aufgrund der massiven Verschlammung teilweise bis zu den Hüften im Untergrund. Sowohl der Anodenführer und Geräteträger als auch die abfischenden Gewässerwarte waren dadurch körperlich enorm gefordert. Die schweißtreibende Arbeit verlangte den insgesamt acht freiwilligen Helfern alles ab.
Trotz der schwierigen Bedingungen konnten mehr als 60 Bachforellen aus den verbliebenen Wasserbereichen gerettet werden. Die Fische hatten überwiegend eine Größe von etwa 6 bis 24 Zentimetern und waren damit hauptsächlich ein- bis zweisömmrige Fische. Größere Bachforellen konnten dagegen nicht mehr festgestellt werden. Auffällige Spuren am Gewässer ließen darauf schließen, dass sich bereits in der Nacht zuvor Fischotter an dem abgesenkten Gewässerabschnitt bedient hatten. Es ist daher davon auszugehen, dass insbesondere die größeren und damit für den Otter leichter auffindbaren Forellen bereits entnommen wurden.
Als weiteres Ergebnis der Abfischung konnten lediglich zwei Mühlkoppen festgestellt und geborgen werden. Besonders auffällig war, dass auf der gesamten Strecke kein einziger Krebs nachgewiesen werden konnte. Auch andere Fischarten, wie Bachsaiblinge oder Regenbogenforellen, wurden nicht festgestellt. Die geringe Artenvielfalt und der äußerst geringe Krebsbestand sind vermutlich ebenfalls in Zusammenhang mit der starken Verschlammung des Triebwerkskanals zu sehen.
Die Elektrobefischung war damit nicht nur eine notwendige Rettungsmaßnahme, sondern zugleich eine wichtige Bestandsaufnahme des Gewässerabschnitts. Dabei zeigte sich deutlich, dass sich aktuell im Wesentlichen nur noch Bachforellen und wenige Mühlkoppen im Triebwerkskanal befinden.
Organisiert und geplant wurde die Maßnahme durch den ersten und zweiten Gewässerwart sowie den ersten Vorsitzenden des Fischereivereins Straubing. Nach rund vier Stunden konnte die körperlich äußerst anstrengende Arbeit erfolgreich abgeschlossen werden.
Der Fischereiverein Straubing begrüßt die nun anstehende Räumung und deutliche Vertiefung des Triebwerkskanals ausdrücklich. Durch die Entfernung der über Jahre entstandenen Schlammablagerungen soll wieder ein ausreichend tiefes Gewässerprofil geschaffen werden. Dies ist nicht nur aus gewässerökologischer Sicht wichtig, sondern bietet den Fischen künftig auch wieder bessere Rückzugsmöglichkeiten und größere Wassertiefen, in denen sie sich insbesondere vor dem zunehmenden Prädationsdruck durch den Fischotter schützen können.
Zu berücksichtigen ist dabei, dass die ohnehin schwierige Situation durch die derzeitige Niedrigwasserführung zusätzlich verschärft wird. Niedrige Wasserstände, starke Verschlammung und der vorhandene Fischotterdruck setzen dem Fischbestand erheblich zu. Umso wichtiger ist es, dass die geplante Unterhaltungsmaßnahme durch den Betreiber zeitnah und nachhaltig umgesetzt wird.
Da die Elektrobefischung im Auftrag beziehungsweise zum Zweck der Durchführung einer Maßnahme für einen Dritten erfolgte, werden die hierfür entstandenen Kosten entsprechend dem Verursacher- beziehungsweise Auftraggeberprinzip dem Betreiber in Rechnung gestellt.