Die Menach ist ein kleiner Salmonidenbach im vorderen Bayerischen Wald und ein Eigengewässer des Fischereivereins Straubing. Als Gewässer III. Ordnung stellt sie einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche heimische Fischarten dar. Gerade in diesem Jahr war das Gewässer aufgrund der langanhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Niedrigwasserstände besonderen Belastungen ausgesetzt.
Seit mittlerweile sechs Jahren wird in der Menach ein Artenhilfsprogramm (AHP) durchgeführt. Dieses läuft im Jahr 2027 aus und muss für eine Fortführung neu beantragt und bewertet werden. Da ein solches Programm trotz staatlicher Förderung für den Verein mit erheblichen finanziellen Aufwendungen sowie einem hohen zeitlichen Einsatz der Gewässerwarte und freiwilligen Helfer verbunden ist, wurde eine umfassende Bestandsaufnahme durchgeführt. Bereits im vergangenen Jahr fanden entsprechende Untersuchungen in der Kinsach, dem sogenannten Stallwanger Wasser, sowie im Weigert- und Stiftwasser statt. In diesem Jahr wurde die Bestandsaufnahme nun auch in der Menach abgeschlossen.
Die Untersuchung fand am 26. September 2026 von 10:00 bis 14:30 Uhr statt. Neben dem 1. Vorsitzenden Stefan Plendl und dem 2. Gewässerwart Bernd Groß beteiligten sich insgesamt sechs weitere Helfer an der Maßnahme.
Im unteren Abschnitt der Menach, von Haselbach bis zur mittleren Grenze bei Radmoos, konnten nur noch wenige Bachforellen festgestellt werden. Aus dem diesjährigen Artenhilfsprogramm konnten lediglich zwei Bachforellen mit etwa 12 cm sowie drei weitere Bachforellen mit einer Größe von etwa 18 bis 25 cm nachgewiesen werden. Größere Bachforellen beziehungsweise ältere Besatzfische waren nicht mehr vorhanden. Auch bei den ganzjährig geschützten Schneiderbeständen wurden deutlich weniger Exemplare festgestellt als aufgrund der bisherigen Erfahrungen zu erwarten gewesen wären.
In größerer Zahl konnten dagegen Bachschmerlen und Gründlinge – teilweise bis zu einer Länge von 16 cm – festgestellt werden. Daneben wurden ein Barsch sowie der invasive Blaubandbärbling nachgewiesen. Andere zu erwartende Arten wie Hasel, Bitterling oder Elritze sowie weitere Salmoniden, beispielsweise Äschen oder Regenbogenforellen, konnten nicht festgestellt werden.
Ein ähnliches Bild zeigte sich auch im Mittelabschnitt. Durch mehrere Biberanstauungen entstanden dort teilweise Wassertiefen von bis zu 1,20 Metern. Auffällig war, dass sich insbesondere Rotaugen, Döbel und auch einzelne Bachforellen bevorzugt in diesen tieferen, durch den Biber geschaffenen Bereichen aufhielten.
Deutliche Hinweise auf einen weiteren Einflussfaktor ergaben sich durch die Spuren einer Fischotterfamilie. Aufgrund des ansonsten sehr niedrigen Wasserstandes von lediglich etwa 20 bis 30 Zentimetern waren an mehreren Stellen typische Scharrspuren auf Kiesbänken sowie Losungen des Fischotters festzustellen. Bei der näheren Untersuchung der Losungen fanden sich überwiegend Reste von Krebstieren sowie Fellreste, offenbar von Mäusen oder Wasserratten.
Zusätzlich konnte im unteren Abschnitt eine größere Anzahl an Signalkrebsen festgestellt werden. Die größten Exemplare erreichten eine Länge von etwa 16 cm. Der Signalkrebs und der Blaubandbärbling wurden als invasive Arten vollständig aus dem Gewässer entnommen. Alle übrigen Fische wurden nach der Bestimmung, Vermessung und Einschätzung des Alters unmittelbar wieder in die Menach zurückgesetzt.
Konsequenzen für das Artenhilfsprogramm
Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme zeigen deutlich, dass die bisherigen Besatzmaßnahmen kritisch bewertet werden müssen. Insbesondere von den über die vergangenen Jahre eingebrachten adulten beziehungsweise fangfähigen Besatzfischen konnte kein entsprechender Bestand mehr festgestellt werden.
Nach Abschluss der Untersuchung steht deshalb für den Fischereiverein fest, dass das bisherige Besatzkonzept angepasst werden muss. Insbesondere der Besatz mit fangfähigen Fischen soll in diesem Gewässer künftig ausgesetzt werden, da unter den derzeitigen Bedingungen kein nachhaltiger beziehungsweise reproduktiver Erfolg zu erwarten ist.
Die Bestandsaufnahme hat gleichzeitig einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine regelmäßige Kontrolle und fachgerechte Bewertung der eigenen Gewässer ist. Nur durch solche Maßnahmen lassen sich Veränderungen des Fischbestandes frühzeitig erkennen und die Bewirtschaftung entsprechend anpassen. Gewässerhege, Pflege und nachhaltige Bewirtschaftung sind damit wesentliche Bestandteile einer verantwortungsvollen Vereinsarbeit.
Rückblickend wäre eine solche umfassende Bestandsaufnahme bereits vor der Neubewertung des Artenhilfsprogramms sinnvoll gewesen. Die nun gewonnenen Erkenntnisse bilden jedoch eine wichtige Grundlage für die weitere Planung und eine mögliche Neubeantragung des AHP ab 2027.
Elektrofischerei – schonende Bestandsaufnahme
Ein besonderer Dank gilt allen freiwilligen Helfern, die die Maßnahme tatkräftig unterstützt haben, insbesondere den Trägern des Rückentragegeräts.
Bei dem eingesetzten Elektrofischfanggerät handelt es sich um eine Anschaffung, die bereits vor einigen Jahren mit Fördermitteln aus der Fischereiabgabe bezuschusst wurde. Das Gerät kam sowohl im vergangenen als auch in diesem Jahr bei mehreren Maßnahmen, z. B. der Fischrettungen, erfolgreich zum Einsatz.
Die Elektrofischerei ist eine genehmigungspflichtige Maßnahme, die durch das zuständige Landratsamt sowie die Fachberatung für Fischerei bei der Regierung von Niederbayern genehmigt werden muss. Der sogenannte Anodenführer trägt dabei die besondere Verantwortung für die Durchführung der Elektrofischerei und führt die Anode, also den Pluspol des Systems. Voraussetzung hierfür ist eine entsprechende einwöchige Schulung mit anschließender Prüfung.
Durch das elektrische Feld werden die Fische kurzzeitig betäubt beziehungsweise in Richtung der Anode geleitet. Dort können sie von den Helfern vorsichtig mit dem Kescher aufgenommen, bestimmt und vermessen werden. Die Wirkung des Stroms hält nur sehr kurz an, sodass die Fische anschließend unmittelbar wieder in das Gewässer zurückgesetzt werden können.
Bei sachgerechter Durchführung handelt es sich um eine besonders schonende Möglichkeit der Bestandsaufnahme. Auch bei der diesjährigen Untersuchung konnten keine durch die Elektrofischerei verursachten Schäden an den Fischen festgestellt werden. Gerade für die Erfassung von Kleinfischen ist diese Methode besonders geeignet, da auch kleine Exemplare eine deutliche Reaktion auf das elektrische Feld zeigen, gleichzeitig aufgrund ihrer geringen Körpergröße jedoch nur einer vergleichsweise geringen Stromwirkung ausgesetzt sind.
Auch die Erfassung von Krebsen ist mittels Elektrofischerei grundsätzlich möglich, wie die Erfahrungen aus anderen Gewässern gezeigt haben.
Persönliche Gedanken zur Menach
Als 1. Vorsitzender möchte ich an dieser Stelle noch ein paar persönliche Worte zur Menach anfügen.
Während der Bestandsaufnahme kamen bei mir und auch bei einigen der freiwilligen Helfer viele Erinnerungen an frühere Zeiten auf. Vor rund 20 Jahren, als ich selbst noch als Jugendleiter tätig war, haben wir mit unserer Jugendgruppe regelmäßig Jugendfischen an der Menach durchgeführt.
Damals war die Menach ein Gewässer, von dem man als Fischer nur träumen konnte. Bachforellen und Regenbogenforellen bis zu einer Größe von rund 48 Zentimetern waren keine Seltenheit. Auch echte Edelkrebse und Steinkrebse konnten damals noch beobachtet und gefangen werden.
Wenn man heute bei einer Bestandsaufnahme an diesem Gewässer steht und die teilweise nur noch wenigen Zentimeter tiefen Wasserbereiche betrachtet, ist der Unterschied zu diesen Erinnerungen schon sehr deutlich.
Über die vergangenen rund 20 Jahre, insbesondere aber in den letzten zehn Jahren, mussten wir feststellen, dass sich die Verhältnisse zunehmend verändert haben. Der allgemeine Rückgang der Niederschläge in Form von Regen und Schnee und die damit verbundenen geringeren Wasserführungen setzen einem kleinen Gewässer wie der Menach besonders zu. Hinzu kommen weitere Veränderungen im Artenspektrum und insbesondere das Auftreten von Fischotter und Gänsesäger.
Trotz allem war es schön, während dieser Bestandsaufnahme gemeinsam mit den Helfern auch einmal zurückzublicken. Gerade solche Erinnerungen zeigen uns, welchen Wert ein Gewässer für einen Verein und seine Mitglieder über Jahrzehnte haben kann.
Doch bei aller Wehmut über vergangene Zeiten müssen wir nach vorne schauen. Wir können die Entwicklung nicht zurückdrehen, sondern müssen die heutigen Gegebenheiten erkennen und daraus die richtigen Maßnahmen für die Zukunft ableiten.
Vielleicht wird es notwendig sein, unsere Bewirtschaftung der Menach grundlegend zu verändern. Vielleicht werden wir irgendwann auch zu der schwierigen Entscheidung kommen müssen, uns als Fischereiverein von diesem Gewässer zu verabschieden und es weitgehend der natürlichen Entwicklung zu überlassen.
Noch ist diese Entscheidung nicht gefallen. Die aktuelle Bestandsaufnahme soll vielmehr eine Grundlage dafür sein, die weitere Entwicklung sachlich zu beurteilen und verantwortungsvoll zu entscheiden.
Eines ist für mich jedoch sicher: Wir dürfen bei unseren Gewässern nicht nur in der Vergangenheit leben, sondern müssen den Blick nach vorne richten.
Danke an unsere Helfer
Am Ende einer solchen Maßnahme bleibt vor allem eines: Viele Stunden Arbeit, Schweiß auf der Stirn und jede Menge Erkenntnisse über unser Gewässer.
Dafür möchten wir uns bei allen freiwilligen Helfern ganz herzlich bedanken. Ohne den Einsatz unserer Gewässerwarte und der zahlreichen Mitglieder, die ihre Freizeit für solche interessanten Arbeiten zur Verfügung stellen, wäre eine verantwortungsvolle und nachhaltige Bewirtschaftung unserer Vereinsgewässer nicht möglich.
Denn nur wer seine Gewässer kennt, kann sie auch richtig schützen, bewirtschaften und für die Zukunft erhalten.
1. Vorsitzender
Stefan Plendl