Fischerzeitung

Erstmal will der Bezirksfischereiverein auf die Thematik mit den Hunderten von toten Tieren aufmerksammachen, ,,ins- besondere da es sich um ein nachhaltiges und heikles Thema handelt, dass grundsätzlich nur wenige Personen mitbekommen. Plendl resümiert die vergangenen Tage: “Aktuell gehen wir davon aus, dass es sich bei der Anzahl der toten Fische um eine mittlere dreistellige Anzahl handelt, Alleine in der ver- gangenen Woche wurden schon 56 tote Aale entsorgt." Der- zeit sei die Donau noch sehr dunkelbraun aufgrund des Hochwassers beziehungsweise des angespülten Schlamms, der gerade zurückfließt und den Fluss trüb färbt. Das wahre Ausmaß" des Aalsterbens werde wohl erst noch zum Vor- schein kommen. Unnötiges Massensterben Maßnahmen gegen das Massensterben Als nötige betriebliche Maßnahme sieht Plendl etwa das Abschalten der Turbinen - temporär bei hoben Fischwan- derzeiten" - und eine Anpassung der Wasserverteilung, ,,Regulierung der Durchflussmengen." Was laut ihm im Bau der Staustufe nicht berücksichtigt wurde: Fischauf- stiegsanlagen. Das können sogenannte Fischtreppen sein, naturnahe Umgehungsrinnen, die Fischen den Aufstieg ermöglichen, oder Fischlifte, die die Tiere für größere Hö- henunterschiede in einem Becken nach oben befördern. Einen technischen Schutz würden andere Turbinen geben, ist sich Plendl sicher. Es gebe unter anderem spe- ziell entwickelte mit geringerer Schaufelanzahl, größeren Abständen und optimierter Hydraulik, um Vedetzungen durch Druckunterschiede oder mechanische Einwirkung zu reduzieren. Oder "Konstruktionen ohne Spalten zwi- schen Laufschaufeln und Gehäuse". Hier würde aber der wichtige Kostenfaktor ins Spiel kommen. Als verhaltensbasierende Fischschutzmaßnahmen zählt Plendl etwa elektrische Felder auf. Schwache Impulse werden hier eingesetzt, die die Fische ablenken und sie vomTurbineneinlauf in den Bypass, also eine Umgehung, leiten. Licht oder Schall, um die Tiere von den Turbinen fernzuhalten, sieht er ebenfalls als Möglichkeit. Bypass- Systeme, bei denen die Fische durch gezielte Strömungen in die Umgebungen geleitet werden, seien ebenso hilf- reich. Durch die Kombination dieser Maßnahmen kann das Risiko für Fische bei der Passage von Wasser- kraftanlagen deutlich verringert werden, ist sich Plendl si- cher. 82 Quelle: Straubinger Tagblatt

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