Fischerzeitung
der Schlossbrücke. ,,Dort spielt sich jedoch ein weiteres Drama ab: Vögel odor Fischreiher hacken auf die ge- schwächten Tiere ein. Auch Fischotter und Mink wurden beobachtet, die noch lebende Aale ans Ufer ziehen und fres- sen. Das Leiden der Tiere sieht der Bezirksfischereiverein als besonders tragisch: "Trotz schwerster Verletzungen ver- suchen viele Aale weiterhin. flussabwärts zu schwimmen, ein wahrlich aussichtsloser Kampf. Schließlich verenden sie qualvoll in den Uferbereichen", erklärt Plendl. Um die un- nötige Qual der Tiere zu beenden, werden die noch leben- den, aber nicht mehr überlebensfähigen Exemplare von Gewässerwarten aus tierschutzrechtlichen Gründen fachge- recht getötet und entsorgt. Eine Verwertung sei aufgrund der massiven Verletzungen auch nicht mehr möglich, da das Fleisch mit Einblutungen geschädigt ist. Auch der wirtschaftliche und ökologische Schaden sei enorm. So genannte Blankaale würden einenMarktwert von rund 30 Euro pro Kilogramm erzielen. Inzwischen mussten Dutzende Tiere mit Längen von bis zu 1,20 Metern entsorgt werden. Da der Aal inzwischen auf der Roten Liste gefähr- deter Arten steht, lässt sich der fischereiliche Schaden kaum beziffern. Hochrechnungen deuten alleine in diesem Ab- schnitt auf mehrere Tonnen verendeter Aale bin - Tiere, die ihr Lachziel in der Sargassosee niemals erreichen werden", so Plendl. Neben den Aalen seien noch weitere Art von den Turbinenschaden betroffen: Großfische werden insbeson- dere während Hochwasserereignissen mit schweren Turbi- nenverletzungen aufgefunden, darunter Welse, Hechte, Brachsen und weitere."' Das jährliche Fischsterben während der Hochwasserzeit werfe laut Plendl dringende Fragen zumSchutz wandernder Fischarten und zum Betrieb von Wasserkraftanlagen unter Unnötiges Massensterben Extrembedingungen auf. Bekannt sei die Thematik schon lange, nur ändere sich aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage erst 2030 etwas: Das Kraftwerk beziehungsweise die Stau- stufe an der Westtangente habe bis dahin einen gültigen Zu- lassungsbescheid heißt es, nur leider sind die Vorrichtungen für einen sicheren Fischdurchlass nicht gegeben", drückt es Plendl aus. Dem Bezirksfischereiverin ist es ein großes Anliegen, diese Probtematik publik zumachen, und vielleicht so eines Tages zum Umdenken anzuregen. “Für uns ist das eine Katastro- phe", sagt Plendl, Das Veterinäramt frage auch schon nach, aufgrund der vielen toten Tiere. 81 Quelle: Straubinger Tagblatt
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