Fischerzeitung

Liebe Mitglieder, liebe Fischerinnen und Fischer, liebe Freunde und Unterstützer unseres Fischereivereins, ein ereignisreiches und in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Vereinsjahr liegt hinter uns. Neben zahlreichen erfolgreichen Vereinsmaßnahmen und Veranstaltungen hat uns ins- besondere die extreme Hitze- und Niedrigwasserphase vor große Herausforderungen ge- stellt. Sie hat eindrucksvoll gezeigt, welchen Belastungen unsere heimischen Gewässer und ihre Fischbestände inzwischen ausgesetzt sind. Dank eines bereits von der Vorstandschaft ausgearbeiteten Notfallplans, der engen Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachbehör- den und vor allem durch den unermüdlichen Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Helfer konnten wir in dieser schwierigen Situation Schlimmeres verhindern. In vielen hundert Nacht- und Tagstunden wurden Gewässer kontrolliert, Fische geborgen, umgesetzt und Gewässer durch Pumpmaßnahmen stabilisiert. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Altwässer Baggerloch und Hagel. Im Baggerloch konnten durch mehr- wöchige Pumpaktionen mit einer leistungsstarken Pumpe des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf mehrere Tonnen Fische verschiedenster Arten gerettet werden. Im Altwasser Hagel wurden zudem über 310 Kilogramm Biotopfische geborgen und in geeignete Gewässer umgesetzt. Diese Leistungen waren nur durch das außergewöhnliche Zusammenspiel unserer Ge- wässerwarte, unserer freiwilligen Helfer und der beteiligten Fachbehörden möglich. Auch unsere Salmonidengewässer mussten während der Hitzemonate besonders intensiv überwacht werden. Im Rahmen des Notfallplans erfolgten in den betroffenen Straubinger Altgewässern teilweise tägliche Kontrollen am Morgen und am Abend. Die Gewässer des Bayerischen Waldes wurden regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, kontrolliert, um kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und einem möglichen Fisch- Krebs- und Muschelsterben entgegenzuwirken. Diese Er- fahrungen haben uns deutlich vor Augen geführt, dass wir unsere Gewässerbewirtschaftung weiterentwickeln müssen. Kli- matische Veränderungen, steigende Wassertemperaturen und zunehmende Niedrigwasserperioden setzen gerade empfindliche und gefährdete Fischarten erheblich unter Druck. Arten wie Huchen, Bachforelle, Nase, Barbe und Äsche haben zunehmend Schwierigkeiten, sich unter den veränderten Bedingungen natürlich fortzupflanzen und stabile Bestände auf- zubauen. Gerade deshalb wird der Arten- und Gewässerschutz in den kommenden Jahren einen noch größeren Stellenwert in unserer Vereinsarbeit einnehmen. Für die Herbst- und Wintermonate wurde deshalb eine neue Arbeitsgruppe des Fische- reivereins ins Leben gerufen. Unter meiner Führung wird diese gemeinsammit den zuständigen Fachbehörden konkrete Maß- nahmen insbesondere für den Hagel, die Fischzucht, den Reibersdorfer See und das Baggerloch erarbeiten und weiterentwickeln. Unser Ziel muss es sein, nachhaltige Lösungen zu schaffen, die den Schutz der Fischbestände und die na- türliche Reproduktion langfristig sichern. Als anerkannter Naturschutzverband sehen wir uns hier nicht nur in der Verantwortung - wir wollen diese Verantwortung auch aktiv wahrnehmen. Sehr erfreulich ist, dass unsere verschiedenen Arbeitsgruppen und Vereinsmaßnahmen von den Mitgliedern sehr gut angenommen werden. Dennoch sind wir auch künftig auf Unterstützung angewiesen. Unser Verein lebt von den Menschen, die bereit sind, ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Arbeitskraft einzubringen. Deshalb meine herzliche Bitte: Wer sich engagieren möchte, ist jederzeit willkommen und kann sich gerne bei der Vorstandschaft, unseren Gewässerwarten oder der Geschäftsstelle melden. 3

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