Fischerzeitung

,,Eine Anpassung der Maßnahme ist nicht vorgesehen" Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt nimmt Stellung zu den Vorwürfen des Fischereivereins Der Bezirksfischereiverein verurteilt die Hochwasser Simu- lation an der Öberauer Schleife aufs Schärfste, wie in dem oben stehenden Artikel, den der Verein selbst verfasst hat, zu lesen ist. Wir haben die Verantwortlichen des Wasserstra- ßen- und Schifffahrtsamts mit den Vorwürfen konfrontiert. Erst nach zwei Wochen haben wir folgende Antworten er- halten: Laut Fischereiverein liegt der Ursprung der Simulation in Planungen aus den 1970er- und 1980er Jahren. Ist die Maßnahme heute noch auf dem Stand von damals oder wurde sie aktualisiert? Der betreffende Planfeststellungsbeschluss für die Öberauer Schleife stammt aus dem Jahr 1991. Darin wurde für die Do- naustaustufe Straubing (Teilabschnitt V) eine jährliche Hochwasser-Simulation angeordnet. Diese Maßnahme wird entsprechend des Planfeststellungsbeschlusses im jähr- lichen Turnus durchgeführt und fand zuletzt im Februar 2026 zum 31. Mal statt. Gibt es wissenschaftliche Belege, dass die Simulation aktuell einen ökologischen Nutzen hat? Mit der Simulation wird die frühere AuenDynamik der Donau nachgeahmt und die Feuchtwiesen mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Viele Pflanzen- und Tierarten der Auengemeinschaft sind auf diese regelmäßigen Hochwassersituationen angewiesen, um das ökologische Gleichgewicht im Naturschutzgebiet zu er- halten. Während der Hochwasser-Simulation findet eine Be- obachtung, Bewertung und Dokumentation statt. Die HochwasserSimulation erhält das natürliche Gleichgewicht, auf das viele Pflanzen- und Tierarten der Auenlandschaft angewiesen sind. Auch die Öberauer Schleife selbst ist von hoher ökologischer Bedeutung, da sie innerhalb der Altdei- che der Donau einen ökologisch wertvollen Landschafts- und Lebensraum darstellt. Teile davon sind Naturschutzgebiete. Einige Bereiche der Öberauer Schleife sind ökologische Ausgleichsflächen zur Stauhaltung Strau- bing. Die Wasserstandregulierung in der Öberauer Schleife wird zum ökologischen Ausgleich durchgeführt. Das Über- fluten und Trockenfallen der terrestrischen Flächen entspre- chen der natürlichen Dynamik eines Flusses. Ist geplant, das Gespräch mit den Fischern zu suchen? Wie bewertet das Amt die jährlichen Verluste von zum Teil über 200 Kilo Fisch in manchen Jahren? Die Fischerei wird jedes Jahr rechtzeitig über die Hochwasser-Simulation informiert. Maßnahmen zur Verbesserung der fischereilichen Verhält- nisse sind nicht Aufgabe der Wasserstraßen als Biotope nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) kartiert und geschützt. Ebenso sind sie wichtige FFH-Le- bensraumtypen nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH- RL). Diese sind trotz der Überflutungen wichtige Habitate und Rückzugsräume für wiesenbrütende Vogelarten. Der Fischotter hat heuer anscheinend besonders zugeschla- gen und sich am Fischbuffet bedient: Ist diese Entwicklung ein unbeabsichtigter Nebeneffekt? Der Fischotter ist eben- falls eine geschützte Säugetierart nach FFH-RL und gilt in Deutschland als gefährdet. Im Bereich der Öberauer Schleife ist er erst seit kurzem wieder heimisch. Die Fisch- otter ähneln in ihrem Verhalten dem Biber, sie suchen sich einen Bereich, der ihrer Natur entspricht. Hochwassersimulation 102 Quelle: Straubinger Tagblatt

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